Mallorca, Sonne, Radfahren: Und aus Fremden werden Freunde.
- Alisa

- 4. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Der Bus tuckert über die Insel und während draußen Olivenbäume und Fincas vorbeiziehen, rührt sich in mir eine seltsame Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit. Mallorca, Sonne, Rennrad fahren – eigentlich genau mein Ding. Und trotzdem: Ich reise allein zum ONE TWENTY Training Camp an, und die anderen sind schon über eine Woche zusammen. Ich stoße mittendrin dazu und das auch noch als 808.Mitarbeiterin, nicht als klassische Campteilnehmerin. Was, wenn ich niemanden finde, wenn die Fremden fremd bleiben? Bilder entstehen: Ich sehe mich allein die Berge hochkeuchen, allein beim Abendessen sitzen, allein im Hotelzimmer. Ich schüttle den Kopf. Schluss mit Grübeln. Ich bin da.
Ich lasse mein Gepäck auf den Boden der Hotellobby fallen und checke ein. Balkon – Jackpot. Kurz raus, warme Meerluft einatmen. Die Werkstatt macht erst später auf, also schnüre ich die Laufschuhe. Ein kurzer Lauf am Meer, der Wind pfeift, aber es tut gut. Zurück im Zafiro Aliznar Mar lasse ich mein Rad einstellen und treffe abends die Kollegen. Und irgendwo da, zwischen ersten Gesprächen und einem gemeinsamen Abendessen, merke ich: Die Unsicherheit wird sich legen. Und zwar schneller, als ich denke.
Und schon in den nächsten Tagen merke ich: Meine Sorge war komplett unbegründet. Morgens stelle ich mich einfach zu einer Leistungsgruppe, als wäre ich schon seit Tag eins dabei. Anfangs noch still, aber auf dem Rad kommt man schneller ins Gespräch, als man schalten kann. Und die besten Gespräche? Ganz klar: am Berg. Aus Wattwerten werden persönliche Ziele, aus Zielen werden Geschichten, aus Geschichten irgendwann Vertrauen. Fremde werden zu Trainingspartnern. Trainingspartner zu Freunden.
Unser gemeinsames Highlight – und das, was unsere Gruppe endgültig zusammengeschweißt hat – war die Königsetappe. Von Palma nach Alcúdia, einmal an der Küste entlang. Kalt, schlechte Sicht, die Motivation trotzdem hoch. Manchmal trudeln wir einzeln den Berg hoch, manchmal gemeinsam. Oben wird gewartet, zusammen gesnackt, gelacht. Bei der ersten Pause denke ich noch: „Wow, das wird ein langer Tag.“ Aber dann trägt einen die Gruppe. Die Stimmung, die Sprüche, die kleinen Momente zwischendurch. Kilometer um Kilometer fliegen vorbei. Ein Defekt beim Guide wirft uns kurz zurück, aber das gehört halt dazu. Viel später als geplant rollen wir an die Verpflegungsstelle vom RAD RACE ONE TWENTY Orgateam. Musik, Snacks, gute Laune – der Push, den wir alle gebraucht haben.
Abends sitzen wir völlig platt, aber glücklich beim Essen. Und trotzdem weiß jeder genau: Es geht später an die Bar. Keiner will den Abend allein verbringen. Dafür ist das Miteinander schon zu stark.
Viel zu schnell bricht der letzte Abend an. Gute Gespräche, lautes Lachen, ein bisschen Wehmut und die Gewissheit: Wir sehen uns wieder! Ob hier oder beim RAD RACE ONE TWENTY.
Mallorca Rennradfahren, Official Rad Race One Twenty Trainingscamp, Cap Formentor



















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